Wann muss ich die Förderung beantragen?

Wenn Sie eine passende Fördermöglichkeit gefunden haben, sollten Sie diese frühzeitig zu beantragen. Unter Umständen kann die Einhaltung von Fristen über die Bewilligung Ihres Förderantrages entscheiden. Daher ist es wichtig, dass Sie Ihren Antrag vor Beginn der Weiterbildung stellen und sich schon vorab  über die Voraussetzungen de Förderungsmaßnahmen für die berufliche Weiterbildung informieren.

Wie beantrage ich eine Förderung?

Als Arbeitssuchender ist der erste Schritt zur Beantragung einer Förderung  ein persönliches Gespräch mit Ihrem Sachbearbeiter bei der Bundesagentur für Arbeit oder dem Jobcenter. In diesem Beratungsgespräch vor Ort erörtern Sie, ob für Sie eine Weiterbildung sinnvoll ist, um eine dauerhafte Wiedereingliederung ins Berufsleben zu erreichen oder Ihre berufliche Perspektive zu verbessern. Ist dies der Fall, wird geklärt, in welchem Arbeits- oder Themengebiet, in  welchem zeitlichen Umfang und in welchem Ausmaß eine Weiterbildung für Sie individuell in Frage kommt.

Welche Kosten werden im Falle einer Förderung übernommen?

Für Ihre berufliche Weiterbildung als Arbeitsloser oder Beschäftigter können je nach Förderprogramm unter Umständen beispielsweise folgende Kosten übernommen werden:

•  Weiterbildungskosten bzw. Gebühren
•  Kosten für die Eignungsfeststellung
•  Fahrtkosten
•  Kosten für die Betreuung von Kindern
•  Kosten für Ihre Unterbringung und Verpflegung

Wenn Sie sich weiterbilden wollen, gibt es viele Möglichkeiten der Unterstützung und finanziellen Förderung. Wir geben Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Fördermöglichkeiten.

Wer am oder nach dem 1. August 2016 mit seiner Umschulung begonnen hat, kann unter bestimmten Voraussetzungen mit satten Erfolgsprämien für das Bestehen der Zwischen- und der Abschlussprüfung rechnen. Nach dem neuen Weiterbildungsstärkungsgesetz erhalten Sie als Teilnehmer einer abschlussbezogenen Weiterbildung 1.000 Euro für eine erfolgreich abgelegte Zwischenprüfung und 1.500 Euro bei Bestehen Ihrer Abschlussprüfung. Um die Prämie zu erhalten, müssen Sie einen Nachweis über das erfolgreiche Bestehen einer Zwischen- und Abschlussprüfung vor einer Kammer bei Ihrer Agentur für Arbeit vorlegen. Eine Prämienzahlung ist möglich, wenn Ihre Umschulung in einem Ausbildungsberuf erfolgt, für den eine Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren festgelegt ist.

Mit dem Bildungsgutschein haben Sie die Möglichkeit, an einer förderfähigen Weiterbildung teilzunehmen, ohne selbst die Kosten dafür zu tragen. Wichtig ist, dass Sie den Bildungsgutschein innerhalb von drei Monaten nach Erhalt bei einem zugelassenen Träger Ihrer Wahl einlösen. Im Bildungsgutschein werden unter anderem Ihr Bildungsziel, die erforderliche Dauer Ihrer Weiterbildung oder Umschulung und der regionale Geltungsbereich ausgewiesen. Eine Förderung ist möglich, wenn Sie arbeitslos- oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind. Aber auch für Berufstätige kann eine Weiterbildung infrage kommen, um zum Beispiel Ihren Arbeitsplatz zu erhalten. Daher können Sie auch als Berufstätiger bei der Teilnahme an berufsbegleitenden Weiterbildungen unter Umständen über den Bildungsgutschein gefördert werden.

Voraussetzung ist in der Regel, dass der ausgewählte Bildungsträger sowie die Weiterbildung nach AZAV zertifiziert sind. Um einen Bildungsgutschein erhalten zu können, müssen Sie entweder arbeitslos, arbeitssuchend oder von Arbeitslosigkeit bedroht sein, bzw. die Fortbildung für Ihre berufliche Eingliederung oder zur Sicherung Ihres Arbeitsplatzes benötigen. Die Kosten für die Teilnahme an einer förderfähigen Weiterbildung werden in voller Höhe von der Einrichtung getragen, die Ihnen den Bildungsgutschein ausgestellt hat.

Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) nach §45 SGB III ist eine Förderungsmaßnahme der Bundesagentur für Arbeit, um Arbeits- und Ausbildungssuchende bei der beruflichen Eingliederung zu unterstützen. Gefördert werden Weiterbildungen, die etwa 8 Wochen dauern.

Einen Rechtsanspruch auf einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein haben arbeitssuchende Personen, die die folgenden Kriterien erfüllen:

- Anspruch auf Arbeitslosengeld
- Während der vergangenen 3 Monate vor AVGS-Beantragung mindestens 6 Wochen arbeitslos
- Antragsteller wurde noch nicht vermittelt

Ohne Rechtsanspruch und nach Ermessen des Fallmanagers der Agentur für Arbeit kann auch in den folgenden Fällen ein Aktivierungs- und Bildungsgutschein genehmigt werden:

- Arbeitslosigkeit kürzer als 6 Wochen
- Antragsteller befindet sich noch in einem Arbeitsverhältnis wurde aber bereits gekündigt
- Anspruchsberechtigung auf Arbeitslosengeld II

Bei dem für Sie zuständigen Betreuer der Agentur für Arbeit können Sie den Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein beantragen. Aussteller des Gutscheins kann auch das Jobcenter sein. Ihr Betreuer wird Sie zu den Bedingungen für die Beantragung eines Aktivierungs- und Vermittlungsgutscheines (AVGS) beraten.


Wenn Sie keinen Beratungsbedarf haben, können Sie den AVGS auch telefonisch oder schriftlich beantragen. Nachdem Sie von der Bundesagentur für Arbeit einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein erhalten haben, können Sie eine für Sie passende AZAV-zertifizierte Arbeitsvermittlung nutzen. Nur wenn der private Arbeitsvermittler diese AZAV-Zertifizierung besitzt, können die Vermittlungskosten für den Antragsteller übernommen werden.


Nach 6 Wochen im neuen Arbeitsverhältnis händigen Sie dem privaten Arbeitsvermittler Ihren Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein aus, damit dieser seine erfolgreiche Arbeitsvermittlung abrechnen kann.

 

Das Sonderprogramm für die Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen (WeGebAU) soll die Entstehung von Arbeitslosigkeit verhindern. Durch die Weiterbildung sollen die Beschäftigungschancen der Arbeitnehmer verbessert werden und außerdem einem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden. Gefördert werden können abschlussorientierte und berufsanschlussfähige Weiterbildungsmaßnahmen.

Das Programm WeGebAU fördert die Weiterbildung von gering qualifizierten Personen und älteren Arbeitnehmern. Die Weiterbildungsmaßnahme und der Bildungsträger müssen nach AZAV zugelassen sein. Außerdem muss Ihre Weiterbildung außerhalb des Betriebes erfolgen, dafür müssen Sie als Teilnehmer von Ihrem Betrieb hierfür freigestellt werden und haben weiterhin einen Anspruch auf Arbeitsentgelt. Die Weiterbildungsmaßnahme findet während der betriebsüblichen Arbeitszeiten statt.

Der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr unterstützt Zeitsoldaten und Berufsoffiziere bei der beruflichen Weiterbildung, wenn die jeweilige Maßnahmen die Arbeitsaufnahme nach dem Dienstverhältnis erleichtert. Während, am Ende und nach der Wehrdienstzeit werden Kurs- und Seminargebühren etc. in Abhängigkeit der individuellen Kostenhöchstgrenzen voll oder anteilig übernommen. Soldaten haben grundsätzlich auch den Anspruch auf eine Förderung externer Maßnahmen, wie etwa durch Lehrgänge im Direktunterricht, im Fernunterricht oder durch Fernstudiengänge, die von öffentlichen oder privaten Bildungseinrichtungen angeboten werden.

Zeitsoldaten der Bundeswehr und Berufsoffiziere im fliegerischen Dienst mit besonderer Altersgrenze (BO41) werden gefördert. Grundlage zur Förderung ist das Soldatenversorgungsgesetz. Darin wird allen Soldaten auf Zeit (SaZ) und Berufsoffizieren im fliegerischen Dienst mit besonderer Altersgrenze (BO41) ein in Abhängigkeit von der Verpflichtungsdauer unterschiedlich gestaffeltes Leistungsangebot zur Weiterbildung zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen erhalten Sie auch unter:

Berufsförderungsdienst der Bundeswehr: www.bfd.bundeswehr.de
BFD-Anspruch als Zeitsoldat der Bundeswehr: www.dienstzeitende.de
FAQ - Fragen rund um das Dienstzeitende als Zeitsoldat: www.dienstzeitende.de

Das von Bund und Ländern gemeinsam finanzierte Aufstiegs-BAföG (ehem. Meister-BAföG) ist nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) eine Kombination aus einem Zuschuss und einem Darlehen. Die Förderung durch das Aufstiegs-BAföG unterstützt damit die Motivation zur Fortbildung und den Ausbau Ihrer beruflichen Qualifizierung. Das Aufstiegs-BAföG (ehem. Meister-BAföG) fördert berufliche Aufstiegsfortbildungen im nicht-akademischen Bereich, das sind beispielsweise Meisterkurse, Fachwirt- und Technikerfortbildungen oder andere vorbereitende Lehrgänge mit einem vergleichbaren Abschluss. Sie können die Aufstiegsförderung im Rahmen des Aufstiegs- bzw. Meister-BAföG beantragen, wenn Sie über eine anerkannte und abgeschlossene Erstausbildung verfügen oder einen vergleichbaren Berufsabschluss vorweisen können.

Die Förderung im Rahmen des Aufstiegs-BAföG bezieht sich auf die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren. Unabhängig von Ihrem Einkommen und Vermögen wird Ihnen ein Zuschuss in Höhe von höchstens 30,5 Prozent der Kosten sowie ein zinsgünstiges Darlehen gewährt. Wenn Sie die Prüfung erfolgreich bestehen, werden Ihnen außerdem 25 Prozent des restlichen Darlehens erlassen. Abhängig von Ihrem Familienstand, Ihrem Einkommen und Ihrem Vermögen können für eine Vollzeit- Fortbildungsmaßnahme zusätzlich auch Ihre Lebenshaltungskosten ubernommen werden.

Wer am oder nach dem 1. August 2016 mit seiner Umschulung begonnen hat, kann unter bestimmten Voraussetzungen mit satten Erfolgsprämien für das Bestehen der Zwischen- und der Abschlussprüfung rechnen. Nach dem neuen Weiterbildungsstärkungsgesetz erhalten Sie als Teilnehmer einer abschlussbezogenen Weiterbildung 1.000 Euro für eine erfolgreich abgelegte Zwischenprüfung und 1.500 Euro bei Bestehen Ihrer Abschlussprüfung. Um die Prämie zu erhalten, müssen Sie einen Nachweis über das erfolgreiche Bestehen einer Zwischen- und Abschlussprüfung vor einer Kammer bei Ihrer Agentur für Arbeit vorlegen. Eine Prämienzahlung ist möglich, wenn Ihre Umschulung in einem Ausbildungsberuf erfolgt, für den eine Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren festgelegt ist.

Der Bildungsurlaub stellt keine finanzielle Förderung im eigentlichen Sinne dar, bietet Arbeitnehmern aber einen Rechtsanspruch, sich für eine Weiterbildung von der Arbeit freistellen zu lassen - bei normaler Lohnfortzahlung. Je nach Bundesland gelten andere Detailregelungen, als Faustformel gilt: Sie haben Anspruch auf fünf Tage im Jahr und sollten mindestens sechs Monate im Betrieb sein. Die große Ausnahme bilden die Länder Bayern und Sachsen, hier gibt es kein Gesetz, dass Bildungsurlaub regelt – zudem sind Beamte vom Bildungsurlaub i.d.R. ausgenommen, haben aber über ihren Dienstherrn vergleichbare Regelungen. Wichtig ist zudem, dass die Regeln zum Bildungsurlaub sich immer auf das Bundesland beziehen, in dem Sie arbeiten.

Verschiedene Banken bieten Bildungsdarlehen an - diese richten sich vor allem an Studierende, die nicht (mehr) vom regulären BAföG profitieren, aber die Zeit bis zum Abschluss finanziell überbrücken müssen. Unter Umständen können Bildungsdarlehen aber auch an Beschäftigte bzw. Teilzeitbeschäftigte vergeben werden, um ein Studium oder eine Weiterbildung zu finanzieren. Es empfiehlt sich dringend, hier die Angebote zu vergleichen. Neben den Zinsen sollten auch die Zeiträume und die Staffelung der Raten für die Rückzahlung beachtet werden.

Mit einem Prämiengutschein können Berufstätige 50 % einer Weiterbildung (maximal: 1.000 Euro) finanzieren. Voraussetzung ist, dass man mindestens 15 Stunden pro Woche arbeitet und das zu versteuernde Jahreseinkommen maximal 20.000 EUR beträgt. Der Prämiengutschein kann alle zwei Jahre beantragt werden. Ebenfalls können Menschen in Eltern- oder Pflegezeit einen Prämiengutschein erhalten. www.bildungspraemie.info

OBEN );